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Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen NRW: Studie und Wechselmodell


Im Rahmen der Vorstandssitzung der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) NRW hat VAMV NRW-Vorstand Nicola Stroop unsere Studie "Alleinerziehend. Situation und Bedarfe" vorgestellt. Gerade die häufig finanziell sehr angespannte Situation von Alleinerziehenden trotz hoher Beschäftigungsquote und langen Arbeitszeiten interessierten die Vertreterinnen der ASF. Die meisten Alleinerziehenden haben gute berufliche Qualifikationen. Von den Alleinerziehenden in NRW hat jedoch fast ein Drittel keinen beruflichen Abschluss und damit geringere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Das führt dazu, dass sie vergleichsweise häufig in Jobs für Geringqualifizierte arbeiten. Hier fordert der VAMV NRW die Politik auf, gezielte Fördermaßnahmen zu entwickeln und Anlaufstellen für Alleinerziehenden anzubieten.

Dass das Wechselmodell keine Lösung ist, um alleinerziehenden Müttern und Vätern mehr Teilhabe am Arbeitsmarkt zu ermöglichen und Armut zu verhindern, erläuterte Nicola Stroop in der weiteren Diskussion. Das Bundesfamilienministerium hatte in einem Vorstoß angeregt, Unterhaltszahlungen zu reduzieren, wenn sich der unterhaltspflichtige Elternteil mehr in der Kinderbetreuung engagiert. Bislang bekannt gewordene Reformideen sehen vor, ab 30 Prozent Mitbetreuung durch den Vater die Mutter dazu zu verpflichten, Barunterhalt für das Kind zu erwirtschaften. "Das Wechselmodell ist ein mögliches Betreuungsmodell für getrennte Eltern, die vorher schon gleichberechtigt erzogen haben. Es ist im Kindschaftsrecht verankert und orientiert sich am Kindeswohl. Es ist aber kein geeignetes Mittel, um Alleinerziehende aus der Armut zu holen. Denn Mütter, die vorher gar nicht oder nur Teilzeit gearbeitet haben, brauchen Zeit und Gelegenheit, um im Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen." Der ASF-Vorstand nahm die Hinweise von Nicola Stroop und die Positionen des VAMV positiv auf. "Wir freuen uns, mit dem ASF weiter konstruktiv an Verbesserungen für Alleinerziehende zu arbeiten", betont Nicola Stroop.

VAMV fordert Solidarität nach Trennung