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Vortrag Ehegattensplitting in Gütersloh


Auf Einladung der Gleichstellungsstelle Gütersloh hat unser Vorstand Nicola Stroop einen Vortrag über das Ehegattensplitting gehalten. Vertreterinnen aus Beratungsstellen, Kitas. Jobcenter und weitere Gleichstellungsbeauftragten folgten dem historischen Exkurs über die Einführung des Ehegattensplittings und der Erklärung, warum es ein Mythos ist, dass es sich beim Ehegattensplitting um Familienförderung handele. Ganz im Gegenteil, klärt Nicola Stroop auf: "Das Ehegattensplitting ist an den Trauschein, nicht an die Elternschaft geknüpft und ist deshalb keine Familienförderung." Darüberhinaus ist das Ehegattensplitting sozial ungerecht, denn höhere Einkommensgruppen erfahren eine stärkere Entlastung. Die Risiken und Nebenwirkungen des Ehegattensplittings werden vor allem von Frauen getragen, insofern ist das Steuermodell auch gleichstellungspolitisch als problematisch anzusehen. 22 Prozent der teilzeitbeschäftigten und 14 Prozent der nichtberufstätigen Mütter geben zum Beispiel an, eine Ausweitung bzw. Aufnahme der Erwerbstätigkeit lohne sich wegen der hohen Steuerabzüge nicht. Nach einer Trennung (37 Prozent aller Ehen werden geschieden) droht diesen Frauen geringere Lohnersatzleistungen sowie keine oder nur eine geringe eigenständige Altersvorsorge.

Der VAMV NRW beurteilt das Ehegattensplitting aus den oben genannten Gründen als ungerecht und fordert die Politik auf, eine gerechte Förderung für alle Familien einzuführen .Es muss ein Systemwechsel in der Familieförderung stattfinden, sagt Nicola Stroop. Ihre Forderung "weg vom Ehegattensplitting hin zu einer Kindergrundsicherung" fand in Gütersloh rege Zustimmung.