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Wer Pflegekräfte sucht, braucht Konzepte für die Kinderbetreuung


Essen, 06.07.2018.  Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sucht 35000 Pflegekräfte. In seinem Eckpunktepapier „Sofortprogramm Kranken- und Altenpflege“ skizziert der Minister Sofortmaßnahmen, die den Alltag von Pflegekräften spürbar verbessern sollen. Die letzte beschriebene Maßnahme in dem Eckpunktepapier ist die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Pflegekräfte. „Dieser Punkt muss viel stärker in den Fokus genommen werden“, mahnt Antje Beierling vom Verband allein erziehender Mütter und Väter Landesverband NRW (VAMV NRW). „85 Prozent der Beschäftigten im Pflegebereich sind Frauen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für viele, insbesondere alleinerziehenden Mütter, die zentrale Voraussetzung für eine Berufstätigkeit.“

Einen vielversprechenden Weg hat die Stadt Essen eingeschlagen: Alleinerziehende, die eine Ausbildung absolvieren oder einem Beruf mit besonderen Arbeitszeiten (Schichtdienst, Wochenendarbeit) nachgehen, können eine ergänzende Kinderbetreuung erhalten. Frühmorgens, abends, nachts oder am Wochenende kommen Kinderfeen in den Haushalt der Alleinerziehenden und betreuen die Kinder, während diese bei der Arbeit sind. In Essen werden dank der ergänzenden Kinderbetreuung bis Ende des Jahres zehn alleinerziehende Mütter die Ausbildung zur zertifizierten Gesundheits- und Krankenpflegerin abschließen.

Wenn Mütter und Väter durch die ergänzende Kinderbetreuung die Gelegenheit bekommen, auskömmlich zu arbeiten, „ist das ein Gewinn für alle“, sagt Antje Beierling vom VAMV NRW. „Eine Vollzeitbeschäftigung bedeutet gerade für Alleinerziehende, existenzsichernd arbeiten zu können, das ist ein wichtiger Schritt aus der Armut. Dem Arbeitsmarkt stünden mehr Fachkräfte zur Verfügung und Arbeitgeber hätten durch die verlässliche Kinderbetreuung eine bessere Planbarkeit der Schichten.“