Ergänzende Kinderbetreuung

Berufstätigkeit und Familie zu vereinbaren, ist eine enorme Herausforderung – für alle Eltern. Für Alleinerziehende ist dieser Spagat oft nur unter enormen Anstrengungen zu schaffen oder nahezu unmöglich. Wenn die Schicht bis um acht Uhr geht, die Kita aber um 16.30 Uhr schließt, ist eine Erwerbstätigkeit, mit der das eigene Leben finanziert wird, nicht möglich. Aber reicht es, die Betreuungslücken zu schließen, damit Alleinerziehende ein ausreichendes Erwerbseinkommen erwirtschaften können? Wie geht es den Kindern mit einer zusätzlichen Betreuung? Profitieren sie davon oder leiden sie darunter?

Der Jugendhilfeausschuss der Stadt Essen hat im Juni 2018 die Verstetigung des Projektes „Sonne, Mond & Sterne – ergänzende Kinderbetreuung“ beschlossen. Nach dreijährigem Projektstatus ist klar: Die ergänzende Kinderbetreuung stärkt die ökonomische Selbständigkeit von Familien. Bis Ende dieses Jahres werden durch das Schließen von Lücken in der Kinderbetreuung elf von 20 Teilnehmer*innen des Projekts nicht mehr von Transferleistungen des Jobcenters abhängig sein. 15 Teilnehmer*innen haben einen Migrationshintergrund. Das Projekt ist damit auch eine erfolgreiche Integrationsmaßnahme.

Erfolgreiche Teilnahme: Examiniert und selbständig

Raus aus dem Transfer, raus aus Hartz IV. Zwei Teilnehmerinnen des Pilotprojekts "Sonne, Mond & Sterne – ergänzende Kinderbetreuung" haben es geschafft: Dank der ergänzenden Kinderbetreuung sind sie jetzt  examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerinnen. Direkt nach der Ausbildung haben die beiden alleinerziehenden Mütter Vollzeitstellen angetreten. Ohne den Einsatz der Kinderfeen hätten sie keine Chance auf dem Arbeitsmarkt gehabt. "Ich bin ein Vorbild für meine Kinder", sagt Aida Keumo-Dongmo. "Meine Tochter sagt mir: Wenn du es schaffst, eine examinierte Krankenschwester zu sein, dann werde ich Doktor!" Darin Khalil betont, wie wichtig das Projekt "Sonne, Mond & Sterne – ergänzende Kinderbetreuung" für Alleinerziehende ist: "Kollegen und Arbeitgeber nehmen kaum Rücksicht auf die persönliche Situation. Allein ist das nicht zu schaffen. Ein solches Projekt müsste es in jeder Stadt geben."