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Positive Zwischenbilanz zur Halbzeit des Pilotprojekt 'Sonne, Mond, Sterne'

Durch ergänzende Kinderbetreuung Hartz-4-Bezug verringern, verhindern, beenden

Der Verband allein erziehender Mütter und Väter, Landesverband Nordrhein-Westfalen (VAMV NRW) zieht nach einem Jahr Laufzeit eine positive Zwischenbilanz für sein Modellprojekt „Sonne, Mond und Sterne“, das von der Stadt Essen gefördert und begleitet wird. Von 26 teilnehmenden Alleinerziehenden mit insgesamt 28 Kindern konnten bei 80% der Hartz-4-Bezug verringert, verhindert oder beendet werden.

Sonne, Mond und Sterne ist ein 2015 gestartetes, zweijähriges Pilotprojekt zur ergänzenden Kinderbetreuung in Essen. Die Idee: Geschulte „Kinderfeen“ betreuen Kinder in Randzeiten im Haushalt der Eltern, damit diese existenzsichernd arbeiten gehen können. Denn Kindertagesstätten und der Offene Ganztag decken bestehende Betreuungsbedarfe in Einelternfamilien nicht ausreichend ab. 90 Prozent aller Alleinerziehenden sind Frauen. Sie arbeiten überdurchschnittlich oft im Einzelhandel, in der Pflege, in Krankenhäusern oder in der Gastronomie. Früh- und Spätdienste oder Nachtschichten machen es diesen Frauen nahezu unmöglich, Beruf und Familie zu vereinbaren und eigenverantwortlich für ihre Familien zu sorgen.

„Wir hatten bis jetzt fast 1.000 Einsätze unserer Kinderfeen, überwiegend nach 18 Uhr und vor 6 Uhr. Unser Anspruch war es, dass die Kinder nicht in aller Herrgottsfrühe aufstehen müssen, und auch in ihrem eigenen Bett einschlafen können“, erklärt Projektleiterin und Vorstand des VAMV NRW, Antje Beierling.

Sie zieht eine positive Zwischenbilanz. „80% unserer TeilnehmerInnen sind durch die ergänzende Betreuung aus Hartz-4 heraus beziehungsweise gar nicht erst herein gekommen, oder konnten den Bezug verringern. Dabei brauchen die Alleinerziehenden durchschnittlich gerade einmal fünf ergänzende Betreuungsstunden pro Woche.“

Wichtig sei auch die Beteiligung der Unternehmen, so Beierling weiter: „Ergänzend zur Betreuung halten wir ein Coachingangebot vor, um gemeinsam mit den TeilnehmerInnen und ihren ArbeitgeberInnen nach besseren Lösungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu suchen, um die nötigen Betreuungsstunden so gering wie möglich zu halten. Möglich wird dies nur mit einer gut ausgestatteten Koordinierungsstelle, die die Kinderfeen auswählt, schult und die Familien begleitet.“

Das Modellprojekt in Essen konnte nur auf den Weg gebracht werden, weil die Walter-Blüchert-Stiftung bereits seit 2014 für fünf Einelternfamilien die ergänzende Kinderbetreuung im Kontext eines bundesweiten Projekts übernommen hatte. Weiter Standorte des Projekts sind Berlin und Mainz, der VAMV Bundesverband evaluiert die drei Teilprojekte.

 

Erklärvideo zum Projekt: https://www.youtube.com/watch?v=n_bnc98MOTM

Ansprechpartnerin im VAMV NRW:
Antje Beierling, beierling@vamv-nrw.de, Tel. 0201.82774-73


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