Verein alleinerziehender Mütter und Väter - Landesverband NRW e.V.

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Vergessene Kinder: Wenn Kinder ihr Recht auf Umgang nicht verwirklichen können

Projektzeitraum 2004-2006

In den vergangenen zwei Jahren haben wir uns intensiv mit der Situation von Kindern auseinandergesetzt, die ihr Recht auf Umgang nicht verwirklichen können, weil der umgangspflichtige Elternteil einen Kontakt verweigert:

„Ich wünsche mir so sehr, ein Bild von dir in den Händen zu halten..., dass du einmal siehst, wie toll ich schwimmen kann...“

Mit diesen und vielen weiteren Kinderwünschen wurden unsere Projektmitarbeiterinnen in Gesprächs-gruppen mit allein erziehenden Müttern konfrontiert. In der Broschüre „Vergessene Kinder“ können Sie nun die Auswertung der Gruppengespräche sowie die Diskussionen nachlesen, die wir in drei Städten in interdisziplinär zusammengesetzten Facharbeitskreisen geführt haben. Die Broschüre gibt Einblicke in die Erlebniswelten der „Vergessenen Kinder“ und der betreuenden Eltern. Sie beschreibt die häufig unzureichenden Hilfsangebote und den Umgang der Fachkräfte mit dieser für die Kinder sehr belastenden und schwierigen Situation und zeigt erste Ansätze für die Weiterentwicklung der Gruppenkonzepte für Trennungs- und Scheidungskinder auf. Nicht zuletzt durch den Aufsatz von Irmgard Köster-Goorkotte, Leiterin einer Erziehungsberatungsstelle in Münster, wird allen Beteiligten vor Augen geführt, dass der dauerhafte Verlust des Kontaktes zu einem Elternteil die Entwicklung des Kindes nachhaltig prägt.

Broschüre: Vergessene Kinder

Mit der Veröffentlichung möchten wir einen Scheinwerfer auf den Unterstützungsbedarf dieser Kinder richten, denn auch sieben Jahre nach Inkrafttreten des neuen Kindschaftsrechts beziehen sich professionelle Angebote und theoretische Betrachtungen überwiegend auf die ‚Fälle’, in denen der umgangsberechtigte Elternteil Unterstützung bei der Realisierung des Umgangs bzw. bei der Ausweitung des Umgangs einfordert.

Die Kinder mit nicht realisierten Umgangswünschen erhalten dagegen kaum Unterstützung. Wir vermuten, dass bisher keine Konzepte zur Umgangsanbahnung im vorprozessualen Feld entwickelt und modellhaft erprobt wurden, weil das gesellschaftliche Denken immer noch von dem Leitsatz geprägt ist, ‚ein vom umgangsverpflichteten Elternteil abgewehrter Kontakt schadet dem Kind.’

Dies hat zur Folge, dass es z.B. Kindern, die ihre Väter (Mütter) nicht kennen, immer noch versagt bleibt, sich ein eigenes Bild von ihnen zu machen. Ohne ein professionelles Angebot wird diesen Kindern aber die Möglichkeit genommen, sich auf ‚neutralem Boden’ mit ihren Wurzeln auseinander zu setzen. Darüber hinaus werden Chancen im Sinne der Kinder vertan, den Vätern (Müttern) ein Angebot der Kontaktanbahnung und späteren Kontaktgestaltung unabhängig vom betreuenden Elternteil zu offerieren. Auch Kindern aus getrennt lebenden Familien, die mit der Kontaktverweigerung eines Elternteils konfrontiert werden, fehlen in der Regel ‚neutrale Orte’, an denen sie - ohne Rücksicht auf die Empfindungen ihrer betreuenden Mütter (Väter) - ihrem Schmerz, ihrer Trauer und ihrer Wut freien Lauf lassen können und Unterstützung erfahren.

Mit der Broschüre Vergessene Kinder möchten wir nun die Berufsgruppen anregen, in ihren Arbeitszusammenhängen die kommunalen Hilfesysteme für Kinder und betreuende bzw. wohnortferne Mütter und Väter zu reflektieren. Wir möchte ihnen Mut machen, Konzepte zu entwickeln, auszuprobieren und zu veröffentlichen. Wir sind fest davon überzeugt, dass mehr Kinder Kontakt aufbauen bzw. einen Umgang zu ihren Vätern (Müttern) pflegen könnten, wenn sich die Fachkräfte für sie stärker engagieren würden.

Broschüre zum Bestellen