Verein alleinerziehender Mütter und Väter - Landesverband NRW e.V.

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Alleinerziehende - Zahlen und Fakten aus NRW

Allgemeine Daten

Im Jahr 2012 lebten in NRW 343.000 Alleinerziehende mit Kindern unter 18 Jahren, davon waren 307.000 (89,50%) Frauen und 36.000 (10,5%) Männer. Die Entwicklung: 2001 lebten in NRW 273.000 Alleinerziehende (86,2% weiblich und 13,8% männlich) mit Kindern unter 18 Jahren.

(Quelle IT.NRW)

Ehescheidungen

Im Jahr 2012 wurden in NRW 43.399 Ehescheidungen ausgesprochen, davon 21.677 Ehen mit Kindern unter 18 Jahren. Insgesamt waren 36.932 minderjährige Kinder von einer Scheidung betroffen.

(Quelle IT.NRW)


Statistische Informationen von bundespolitischer Bedeutung

Zusammengestellt von Antje Asmus, VAMV Bundesverband – Stand: 28.3.2012

In Deutschland leben rund 1,6 Millionen Alleinerziehende mit 2,2 Millionen minderjährigen Kindern. 16,8% aller minderjährigen Kinder leben in Einelternfamilien. 90% der Alleinerziehenden sind Frauen. Ihr Anteil an allen Familien lag 2010 bei 19,4%. Tendenz ist seit 15 Jahren steigend. Von den Familien mit Migrationshintergrund sind 14% Alleinerziehende.

In 80% der Fälle wird der Status des Alleinerziehens durch eine Trennung oder Scheidung vom Lebens- oder Ehepartner begründet. Die Phase des Alleinerziehens dauert für die Hälfte der Frauen 8 Jahre und länger an.

Alleinerziehende Männer sind zu 60,3% älter als 45 Jahre, alleinerziehende Frauen zu sind zu 69,4% zwischen 25 und 44 Jahre alt.

Alter der Kinder in Haushalten von Alleinerziehenden:

Im Jahr 2010 waren 23% zwischen 15 und 17 Jahre, 33% im Alter von 10-14 Jahre, 21% 6-9 Jahre alt, 13% 3-5 Jahre alt und 11% 0-3 Jahre alt. Mütter betreuen in der Regel jüngere Kinder: Bei ihnen ist zu 31,2% das jüngste Kind unter 6 Jahre alt, bei den Vätern sind es 11,3%. Bei Müttern ist zu 18,5% das Kind 15 Jahre und älter, bei den Vätern zu 34,4%.

Bildung

2010 hatten 76% der alleinerziehenden Mütter einen mittleren oder hohen Bildungsstand. 24% hatten keinen Berufsabschluss. Insgesamt sind die Bildungsvoraussetzungen von alleinerziehenden Frauen vergleichbar mit denen von Müttern in Paarhaushalten.

Erwerbstätigkeit

Insgesamt waren 61,3% der alleinerziehenden Frauen 2010 erwerbstätig. 42% der alleinerziehenden Mütter arbeiteten in Vollzeit, deutlich häufiger als Mütter in Paarbeziehungen (27%). Alleinerziehende arbeiten mit 11,8% seltener in Minijobs als Mütter in Paarbeziehungen (28,6 %). Bei alleinerziehenden Müttern mit mittlerem oder höherem Bildungsstand liegt die Erwerbstätigenquote durchgängig höher als bei Müttern in Paarbeziehungen.

Die Erwerbstätigenquote steigt mit dem Alter des jüngsten Kindes. Ist dieses Kind unter 3 Jahre alt, sind 24,7% der alleinerziehenden Mütter erwerbstätig. Die höchste Quote wird mit über 73,5% erreicht, wenn das jüngste Kind zwischen 15 und 17 Jahre alt ist.

Erfolg im Beruf zu haben, ist für 79% der alleinerziehenden Mütter wichtig. Von den nicht erwerbstätigen Alleinerziehenden wären 54% gerne berufstätig.

Einkommen

Bei 57% der Kinder in Alleinerziehendenhaushalten ist die Erwerbstätigkeit des Elternteils die Haupteinkommensquelle. Für 33% sind es staatliche Transferleistungen.

Das monatliche Nettoeinkommen in Alleinerziehendenhaushalten lag 2009 für 29,8% der Alleinerziehenden unter 1.100€, für 62% zwischen 1.100-2.600€ und für 8,3% bei 2.600€ und mehr. In Haushalten von Alleinerziehenden war das Pro-Kopf-Einkommen 2008 im Bundesdurchschnitt mit 845€ am niedrigsten (zum Vergleich Pro-Kopf-Einkommen bei Paarfamilien mit Kindern 1.103€).

Unterhalt

81% aller Alleinerziehenden geben an, Anspruch auf Unterhalt zu haben. Regelmäßig und in voller Höhe erhält ihn jedoch nur 50% der Berechtigten. 25% der anspruchsberechtigten Alleinerziehenden erhält nur unregelmäßige oder unvollständige Zahlungen, weitere 25% geben an, gar nichts zu bekommen. Von denjenigen Alleinerziehenden, die trotz Anspruch gar keinen Unterhalt erhalten, geben 50% an, dass der Vater dazu finanziell nicht in der Lage sei. Bei den übrigen Fällen weigern sich die Väter zu zahlen, so die Alleinerziehenden.

2010 leistete das Jugendamt für rund 500.000 Kinder bundesweit Unterhaltsvorschuss. Fast 234.000 davon waren zwischen 6 und 11 Jahre alt. 2010 wurden bei rund 183.000 Kindern die Unterhaltsvorschusszahlungen eingestellt, u. a. weil das 12. Lebensjahr erreicht war (30.000 Kinder) oder die maximale Bezugsdauer von 72 Monaten ausgeschöpft war (über 45.000 Kinder).

Armutsquote

Für Kinder aus Alleinerziehendenhaushalten besteht im Vergleich zu anderen Erwachsenen und Kindern das höchste Armutsrisiko. Im Jahr 2008 lag der Anteil Armutsgefährdeter in Haushalten von Alleinerziehenden bei 37,5% und war damit fast dreimal so hoch wie bei Personen in Haushalten mit Kindern insgesamt.

Sozialgesetzbuch II (SGB II)

41% aller Einelternfamilien beziehen Leistungen nach dem SGB II, das sind 641.000 Alleinerziehendenhaushalte mit insgesamt etwa einer Million Kindern. Die Mehrzahl dieser Alleinerziehenden sind entweder erwerbstätig (15%, sogenannte AufstockerInnen, darunter ca. 20% sogar in Vollzeit), in einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme (12%) in Ausbildung (1%) oder stehen dem Arbeitsmarkt – wegen Betreuung von Kindern unter 3 Jahren oder Pflege Angehöriger (16%) – nicht zur Verfügung (weil in diesen Fällen nach § 10 Abs. 1 Nr. 3 und Nr. 4 SGB II eine Arbeit nicht zumutbar ist). Tatsächlich arbeitslos gemeldet sind 42% der Alleinerziehenden im SGB II.

Kinderbetreuung

Alleinerziehende mit Kindern im Alter von bis zu 3 Jahren nutzen öffentliche Angebote der Kinderbetreuung öfter und in einem größeren Stundenumfang als Paarfamilien. Sind die Kinder zwischen 4 und 6 Jahre alt unterscheidet sich die Inanspruchnahme nicht mehr.

Sorgerecht

Bei 95% der Scheidungen im Jahr 2010 (82.300) bei denen minderjährige Kinder betroffen waren (77.000) verblieb das Sorgerecht zunächst bei beiden Eltern. Im Jahr 2000 lag der Anteil noch bei 76%. Zunehmend beantragen Eltern nachträglich eine gerichtliche Klärung des Sorgerechts. Im Jahr 2010 wurden 29.400 (zur Vergleich im Jahr 2000: 18.700) isolierte Sorgerechtsentscheidungen für die Kinder ehemals verheirateter Paare gezählt. In eigenständigen Sorgerechtsverfahren, meist nach der Scheidung, sprachen 2010 die Gerichte in 44% der Mutter, in 14% dem Vater und in 28% Dritten (Großeltern oder Jugendamt) das Sorgerecht zu. Bei 11% der Fälle wurde auf das gemeinsame Sorgerecht entschieden.

Quellen (Auszug):

Statistisches Bundesamt (2010): Alleinerziehende in Deutschland. Ergebnisse des

Mikrozensus 2009. Wiesbaden.

BMAS (2011): Alleinerziehende unterstützen - Fachkräfte gewinnen. Berlin.

Weitere Daten und Grafiken

finden Sie auf den Seiten des VAMV Bundesverbands.